Energietipp

Klimaallianz Bamberg

Foto: Pressestelle Stadt Bamberg

Stadt und Landkreis schließen „Klimaallianz“
Gemeinsames Aktionsbündnis für Energieeinsparung und weniger Schadstoffe

Über die „Klimaallianz Bamberg“ wollen sich Stadt und Landkreis künftig in Fragen der Energieeinsparung, Energieeffizienz, Ausbau der erneuerbaren Energien sowie bei der Umweltbildung unterstützen. Gemeinsame Arbeitsgrundlage: eine Klimaschutzerklärung, die Oberbürgermeister Andreas Starke und Landrat Dr. Günther Denzler am 23. September unterzeichneten.

Maßnahmen gegen die fortschreitende Erwärmung der Erdatmosphäre zählen zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Wissenschaftliche Prognosen bestätigen die erheblichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen – auch für die Region Bamberg. So geht das bayerische Klimaforschungsprogramm für Süddeutschland von einer Temperaturzunahme im Sommer um etwa 2 bis 4 Grad Celsius bei gleichzeitig abnehmenden Niederschlägen bis zum Jahr 2050 aus. Im Winter ist dagegen vermehrt mit Niederschlägen und häufigeren Hochwassersituationen zu rechnen.

Städte und Landkreise in der Verantwortung
Um die drohenden ökologischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung abzuwenden, sind Wirtschaft, Staat, Landkreise und Kommunen ebenso gefordert wie jeder einzelne Bürger.
OB Andreas Starke zeigte sich mit Landrat Dr. Günther Denzler einig, dass der nachhaltige Schutz des Klimas und die nachhaltige Entwicklung von Stadt und Landkreis eine unverzichtbare gemeinsame Aufgabe darstellen. Hierzu verfolgt die regionale Klimaschutzkampagne drei Ansätze:

  • gegenseitige Unterstützung bei der Erstellung einer wirkungsvollen Klimaschutzpolitik und deren Umsetzung (s.a. INFO „Zehn Handlungsfelder“),

  • Dritte – aus Wirtschaft und Gesellschaft – sollen als Partner geworben werden und

  • kontinuierlicher Erfahrungsaustausch aller Beteiligten.

Gleichermaßen betonten beide zum Projektstart, dass man seit vielen Jahren im Klimaschutz durchaus erfolgreich tätig sei. Starke verwies auf zahlreiche Projekte – vom Gebäudemanagement über die verschiedenen Energiedienstleistungen der Stadtwerke Bamberg bis zu Maßnahmen zur Umweltbildung – die bereits auf dem Weg gebracht wurden.

Als Multiplikator tätig werden
Dr. Denzler sieht das Thema Klimaschutz als eines der Schwerpunkte in der laufenden Amtsperiode. Im Blickpunkt stünden dabei die Gebäude des Landkreises. Ein Energieleitfaden soll die Beschäftigten zum achtsamen Umgang mit Energie anleiten. Denn, so der Landrat, „die umweltverträglichste Energie ist immer noch die, die man nicht braucht“. Schulen und damit Umwelterziehung sind ein weiteres Aufgabenfeld: Über die Kinder soll mehr Umweltschutz in die Familien getragen werden. Denzler sieht sich und die Landkreisverwaltung als „Multiplikator“, der positive Beispiele bekannt macht und zur Nachahmung anregt.

Zentrale Internetplattform
Gemeinsame Projektarbeit ist im Übrigen nichts Neues, wie OB Starke ausführte. Als positive Beispiele verwies er auf die Marketingkampagne „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt!“ oder die Online-Mitfahrzentrale von Stadt und Landkreis. Gleichzeitig kündigte er eine Internetplattform unter www.klimaallianz.bamberg.de an. Diese soll einen Überblick über laufende und beabsichtigte Projekte bieten. Neben allgemeinen Informationen werden darüber u.a. auch Ansprechpartner für die verschiedenen Serviceangebote vorgestellt.

Zusammenarbeit für die Region
Die beiden Verwaltungschefs verfolgen ein Ziel: verstärkt und gemeinsam im Klimaschutz aktiv sein. An oberster Stelle stehen dabei die Reduzierung der CO2-Emissionen und die weitestgehende Unabhängigkeit von externen Energieversorgungsstrukturen.
Eine erste konkrete Folge der neuen „Klimaallianz“ steht am 16. Oktober an. Dann will man die politischen Entscheidungsträger in Stadt und Landkreis vom Nutzen einer so genannten Potenzialanalyse überzeugen. Ein solches Gutachten würde den Ist-Stand hinsichtlich der erneuerbaren Energien in der Region Bamberg feststellen und aufzeigen, welche Potenziale noch vorhanden sind. Der Landrat ist sicher, dass dies gelingen wird. OB Starke wünschte ergänzend allen Verantwortlichen in Verwaltung und Politik eine glückliche Hand in der Auswahl geeigneter Strategien und Maßnahmen sowie den Mut zu deren Umsetzung. Dabei zitierte er den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder: „Das Gutgemachte ist der Maßstab, nicht das Gutgemeinte.“


Klimaallianz - Handlungsfelder

  1. Zielvorgabe: Energieautarkie für die Stadt und Landkreis Bamberg über die Substitution fossiler Energieträger, Energieeffizenz und Nutzung regenerativer Energien
  2. Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emission bei kommunalen Liegenschaften um 30 Prozent bis 2020
  3. Integration der Gemeinden sowie der kommunalen und privaten Betriebe in eine strategische Klimaschutzpolitik
  4. Unterstützung der Bürger bei der Mitwirkung an der selbstverantwortlichen Gestaltung des öffentlichen Lebens im Sinn eines nachhaltigen Klimaschutzes
  5. Ausbau einer neutralen, produktunabhängigen Energieberatung für Bürgerinnen und Bürger sowie ortsansässige Unternehmen
  6. Förderung der Umwelterziehung und -bildung
  7. Stärkung und Förderung einer energieeffizienten Mobilität
  8. Stärkung von Maßnahmen zum Schutz der Ressourcen Boden, Wasser und Luft als Folge der Klimaerwärmung im Sinn einer ganzheitlichen Klimaschutzpolitik
  9. Anwendung energiesparender Maßnahmen in der Bauleitplanung und kommunales Flächenressourcen-Management
  10. Klimaschutz durch bewusste Ernährung über die Marketingkampagne „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt!“
web analytics