Energietipp

Klimaallianz Bamberg

Unterzeichnung der Klimaallianz Bamberg v.l.n.r.: Gabriele Pfeff-Schmidt, Robert Martin, Landrat Dr. Günther Denzler, Herbert Schütz, Oberbürgermeister Andreas Starke, Günter Reinke; Bild: B. Meister

Zwischen dem Landratsamt Bamberg und dem Umweltamt der Stadt Bamberg fanden ab Mitte des Jahres 2008 Gespräche zur Erstellung einer Potenzialanalyse und der Gründung einer Klimaallianz statt. 


Der Landkreis Bamberg und die Stadt Bamberg zeigten sich von Beginn an stark daran interessiert, im Rahmen einer Klimaallianz die energieautarke Region Bamberg anzustreben. Gemeinsames Ziel ist es, die Region Bamberg für die Anforderungen sich ändernder Umweltbedingungen fit zu machen.

Daher verpflichteten sich die Partner der Klimaallianz, in ihrem Wirkungskreis aktiv für die Ziele des Klimaschutzes einzutreten, für die Beteiligung Dritter an dieser Initiative zu werben und für einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zu sorgen.                   
                       
Die Verwaltungen der Stadt und des Landkreises Bamberg erarbeiteten zu diesem Zweck eine gemeinsame Erklärung für eine Zusammenarbeit zum Schutz des Klimas. Diese wurde schließlich am 23. September 2008 von Herrn Landrat Dr. Günther Denzler und Herrn Oberbürgermeister Andreas Starke unterzeichnet.

Die Stadt und der Landkreis Bamberg erarbeiteten ein Energieleitbild mit zehn Handlungsfeldern.

  1. Zielvorgabe: Energieautarkie für die Stadt und Landkreis Bamberg über die Substitution fossiler Energieträger, Energieeffizienz und Nutzung regenerativer Energien 
  2. Senkung des Energieverbrauchs und die CO2-Emission bei kommunalen Liegenschaften um 30 % bis 2020 
  3. Integration der Gemeinden sowie der kommunalen und privaten Betriebe in eine strategische Klimaschutzpolitik
  4. Unterstützung der Bürger bei der Mitwirkung an der selbstverantwortlichen Gestaltung des öffentlichen Lebens im Sinn eines nachhaltigen Klimaschutzes
  5. Ausbau einer neutralen, produktunabhängigen Energieberatung für Bürgerinnen und Bürger sowie ortsansässige Unternehmen
  6. Förderung der Umwelterziehung und -bildung
  7. Stärkung und Förderung einer energieeffizienten Mobilität
  8. Stärkung von Maßnahmen zum Schutz der Ressourcen Boden, Wasser und Luft als Folge der Klimaerwärmung im Sinn einer ganzheitlichen Klimaschutzpolitik
  9. Anwendung energiesparender Maßnahmen in der Bauleitplanung und  kommunales Flächenressourcen-Management
  10. Klimaschutz durch bewusste Ernährung über die Marketingkampagne „Region Bamberg – weil`s mich überzeugt!“

Von den 36 Gemeinden des Landkreises Bamberg sind mittlerweile alle der Klimaallianz mit dem Landkreis Bamberg beigetreten und haben die gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Regionaler Klimarat

Der neu gegründete Klimarat von Stadt und Landkreis Bamberg – ein Gremium, das sich aus dem Umweltsenat des Stadtrates und dem Umweltausschuss des Kreistages zusammensetzt - wird in Zukunft über Maßnahmen und Projekte der Klimaallianz, das heißt solche, die die Stadt und den Landkreis mit seinen 36 Gemeinden gemeinsam betreffen, beraten und abstimmen. So werden gemeinsame Themen miteinander behandelt und entschieden und die Umsetzung von Projekten vereinfacht.

Als kleines Wunder bezeichnete es Gabriele Pfeff-Schmidt, dass der regionale Klimarat gleich in seiner konstituierenden Sitzung am Dienstag, 27. November 2012 einstimmig gleich lautende Empfehlungsbeschlüsse an Stadtrat und Kreistag fassen konnte. In dieser ersten Sitzung wurde über die Gründung der Regionalwerke Bamberg GmbH, die Durchführung einer Studie zur Potenzialermittlung industrieller Abwärmenutzung im Industriegebiet Börstig/Kramersfeld und über die Verabschiedung einer Geschäftsordnung für die Klima- und Energieagentur Bamberg entschieden. Außerdem erhielten die Mitglieder Sachstandsberichte zur Errichtung einer Solartankstelle auf dem Parkplatz des Landkreises in Bamberg und den Lenkungskreissitzungen vom 13. August 2012 und vom 8. Oktober 2012.

Geschäftsordnung

Wegen der besonderen Organisationsstruktur der Klima- und Energieagentur Bamberg und des darin begründeten Fehlens eines Aufsichtsratsgremiums oder einer Gesellschafterversammlung haben die Stadt und der Landkreis Bamberg als verantwortliche Träger der Agentur in einer Geschäftsordnung explizite Regelungen getroffen. Sie regelt unter anderem, dass wichtige Maßnahmen und Projekte im Vorfeld politischer Entscheidungen in einer Lenkungsgruppe, bestehend aus dem Oberbürgermeister, dem Landrat, den Mitarbeitern der Klima- und Energieagentur und den von Fall zu Fall betroffenen Dritten, zu besprechen sind. Weiterhin unterstellt sie die Klima- und Energieagentur dem Regionalen Klimarat, dem die Ergebnisse dieser Besprechungen vorzustellen sind und dessen geschäftsleitenden Weisungen und erlassenen Richtlinien sie zu folgen hat.

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