Energietipp

Fernwärmesatzung

Die Energiewende und der Klimawandel sind die zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund haben die Stadt Bamberg und der Landkreis Bamberg  im Jahre 2009 mit der Gründung der Klimaallianz die Voraussetzungen geschaffen, diese Themen als zentrale Aufgabe der Region einer Lösung zuzuführen, wobei entsprechend ihrer strukturellen Ausrichtung unterschiedliche Lösungswege beschritten werden. Die Stadt Bamberg ist mit dem Beschluss des Stadtentwicklungssenates vom 14. Juli 2009 zusätzlich die Verpflichtung gegenüber dem Klima-Bündnis eingegangen ihre CO2-Emissionen alle 5 Jahre um 10% und bis 2030 um 50% zu senken.

Ein zentraler Baustein zur Umsetzung der gefassten Beschlüsse in der Stadt Bamberg kann der verstärkte Ausbau des schon vorhandenen Fernwärmenetzes sein. Der Hinweis ist auch in der Endenergiebilanz (CO2-Bilanz) der Stadt Bamberg nachzulesen.

 

Fernwärme ist eine Energieversorgung mit Zukunft. Anstatt im einzelnen Haus oder in der einzelnen Wohnung mit separaten Anlagen für Warmwasser und Heizung zu sorgen, setzt Fernwärme auf die gebündelte Wärmeerzeugung für urbane Zentren durch den forcierten Einsatz regenerativer Brennstoffe und der zusätzlichen Bereitstellung von elektrischer Energie durch die Erzeugung der Wärme. Ein deutlich effizienteres und auch umweltschonenderes Verfahren. Erdöl, Erdgas und Kohle sind endliche fossile Energieträger, deren Verbrennung durch die freiwerdenden CO2-Emissionen wesentlich zur globalen Erwärmung und damit zum Klimawandel beiträgt. Die Fernwärme in Bamberg wird hauptsächlich im Zweckverband Müllheizkraftwerk Stadt und Landkreis Bamberg (MHKW) in der Rheinstraße erzeugt. Im MHKW gewinnt man durch die Verbrennung von Abfällen wertvolle Energie. So werden fossile Ressourcen geschont. Die CO2-Emissionen sind bei der Kraft-Wärme-Kopplung deutlich geringer als bei einer separaten Erzeugung von Strom und Wärme.

 

Im Rahmen der Energieversorgung befindet sich die Fernwärme schon immer im Wettbewerb mit Gas, Heizöl, Holz, Kohle aber auch Strom. Jedoch weist die Fernwärme gegenüber den anderen fossilen Energieträgern unbestreitbare Vorteile auf. 

  • Verringerung der Feinstaub- und CO2-Emissionen aus Einzelfeuerungsanlagen. Fernwärme leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten. Untersuchungen haben ergeben, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Ausbau der Fernwärme und Minderung der Feinstaubemissionen in Städten gegeben ist (IG-L Bericht 2009-2011). Mit der ENEV2009 (Energieeinsparverordnung) hat der Gesetzgeber das Ziel ausgegeben, den Primärenergieeinsatz aus fossilen Brennstoffen zu senken. Dafür wurde der Hilfswert Primärenergiefaktor geschaffen. Der Primärenergiefaktor zeigt das Verhältnis von eingesetzter Primärenergie zur abgegebenen Endenergie auf. Hier gilt: Je kleiner der Faktor, desto umweltschonender und effizienter ist der Energieeinsatz und -aufwand von der Quelle bis zum Endverbraucher. Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk wird mit einem Primärenergiefaktor 0,0 bewertet, jedoch sind die Anteile nicht erneuerbarer Energien (Spitzenheizkraftwerk), die für den Betrieb der Anlage notwendig sind, mitzubilanzieren.
  • Einsparung von Ressourcen durch die thermische Müllverwertung und die Abwärmenutzung zu Heizzwecken, bei gleichzeitiger Stromerzeugung.

Der Umweltsenat hat in seiner Sitzung am 16. Juli 2013 die Verwaltung beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bamberg, die man als Versorgungsunternehmen mit der Durchführung der Wärmeversorgung betrauen will, eine genaue Analyse und umfassende Einzelfallbeurteilung zu allen in den Geltungsbereich der Satzung aufzunehmenden Gebieten durchzuführen und eine entsprechende Fernwärmesatzung auszuarbeiten.

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